Schulen gibt es schon seit über 5000 Jahren. Im alten Griechenland oder in Ägypten wurden dort z.B. Schreiber für die Handelsleute und für die Verwaltung ausgebildet.
Auch in Deutschland gab es vor langer Zeit bereits Schulen, aber meistens hatten nur die Kinder reicher Eltern die Möglichkeit, entweder von Privatlehrern oder in Kloster- oder Fürstenschulen das Rechnen und Schreiben zu lernen.
Friedrich Wilhelm I, König von PreußenBildung war seinerzeit sozusagen ein Privileg!
Eine allgemeine Schulpflicht gibt es in Deutschland erst seit ca. 200 Jahren.
Am 28. September 1717 führte König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in seinem Land die allgemeine Schulpflicht für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren ein.
Am Anfang galt die Regelung nur für die Orte, an denen es schon eine Schule gab, aber dann wurden über 2000 neue Schulen gebaut und alle preußischen Kinder mussten zur Schule gehen.
1794 wurde in der preußischen Verfassung der allgemeine Schulunterricht als Staatsaufgabe aufgenommen; 1871 wurde dann die allgemeine Schulpflicht als Staatsaufgabe für das gesamte damalige Deutschland eingeführt.

Der Widerstand gegen die Schulreform war groß. Er begann bei den Eltern, ging über die Gutsherren und die Kirche bis zum Generaldirektorium, das gewaltige Kosten für die Errichtung der Schulen auf sich zukommen sah, denn das Baumaterial für die Schulhäuser stellte der König kostenlos zur Verfügung.
Der König ließ nicht locker, schickte Kommissionen ins Land und verfertigt immer neue Reskripte.

Der Schulbetrieb allerdings sollte möglichst nichts kosten. Die Lehrer mußten deshalb ihren Unterhalt neben dem Unterricht selbst verdienen. Daher wurden gern Handwerker, Tagelöhner oder abgedankte Soldaten zum Schuldienst verpflichtet.
Ihre Ausbildung war recht und schlecht. Häufig war der Schulmeister auch der Küster des Dorfes, zumal der Pfarrer die inhaltliche Aufsicht über den Schulbetrieb hatte. Der Küster wiederum mußte nicht nur die Gottesdienste betreuen und die Orgel schlagen, er war auch der Haushandwerker für die Kirche und Laufbursche für den Pfarrer. Der Schulmeister war ewige Zielscheibe des Spottes.

Die Edikte galten natürlich nur für die königlichen Domänen. Den adligen Gutsbesitzern konnte der König lediglich nahe legen in ihren Herrschaftsgebieten ähnlich zu verfahren, da er dort keine Weisungsbefugnisse hatte.

Unterrichtet wurden von dem Lehrer-Küster-Schneider vor allem Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch wenn man in Betracht zieht, dass viele Eltern aus Not oder Desinteresse ihre Kinder selten zur Schule schickten, daß der Unterricht aus Raumnot im Wohnzimmer oder in der Werkstatt des Schulmeisters stattfand, und daß es vielerorts weder Schulen noch Lehrer gab, setzte die Schulreform des Königs einen Anfang. So gab es am Ende der Regentschaft des Soldatenkönigs im Jahre 1740 statt der 320 Dorfschulen vom Jahre 1717 bereits 1480 Schulen.

Quelle: rbb-online, http://www.preussen-chronik.de

Kommunale Termine